USA Teil 2

Für uns war die USA eigentlich ein Land zum durchreisen, ein paar Sehenswürdigkeiten anschauen und das wars. Doch wir hatten ein total falsches Bild von den „Amis“. Wir haben in der USA Freundschaften fürs Leben geschlossen. Außerdem sind wir begeistert von der Natur der USA, die spektakuläre und vielfältige Landschaft hat uns oft den Atem geraubt und sprachlos vor manchen Ausblicken stehen lassen. Die USA hat uns wieder einmal gezeigt, dass man niemals in ein Land mit einer vorgefassten Meinung reisen sollte. Die Westküste der USA ist auf jeden Fall eines der Highlights unserer Reise, einerseits natürlich landschaftlich, anderseits aber vor allem auch wegen der vielen positiven Kontakte, die wir dort hatten. Wir werden auf jeden Fall zurück kommen, um unsere Freunde zu besuchen!

Wir wurden in Port Angeles von unserem Freund, den wir am Salmon Glacier kennen gelernt haben, am Hafen abgeholt und er eskortierte uns in sein beeindruckendes Haus mit Whirlpool und Meerblick. Wir wurden von ihm und seiner Familie in das alltägliche Leben integriert. Wir verbrachten fünf Tage bei Ihnen und haben ausführlich die Umgebung besichtigt. So waren wir einen Tag im Deer Park, einen Tag haben wir uns Seattle angeschaut und einen anderen waren wir auf dem Gipfel „Hurrican Ridge“ und die restliche Zeit konnten wir uns eine kleine Pause vom Reisen gönnen. Von Port Angeles sind wir weiter auf einen Motorradcampingplatz zwischen Forks und La Push.

Unser nächstes Ziel war der Yellowstone Nationalpark. Wir durchfuhren auf dem Weg dorthin unterschiedlichste Landschaften und hatten unsere ersten 40° C auf dieser Tour, welche uns schwer zu schaffen machten. Auf dem Weg zum Yellowstone lernten wir beim Mittagessen ein Paar kennen, dass uns zu sich nach Hause in Salt Lake City einlud. Wir versprachen ihnen baldmöglichst zu schreiben. Am Yellowstone angekommen, sagte man uns, dass alle Campingplätze im Yellowstone voll seien und wenn man dort einen Platz haben möchte, man schon morgens um 7:00 am jeweiligen Campingplatz stehen muss. Also suchten wir einen Campingplatz außerhalb des Nationalparks. Wir fuhren erst ein paar private Campingplätze an, diese verlangten aber um die $50 die Nacht, was uns viel zu teuer war. Wir fanden dann einen kostenlosen Campingplatz 10 min weiter, direkt an einem See gelegen, mit netten Nachbarn die tagsüber auf unser Zelt aufpassten, während wir uns den Park anschauen konnten.

Das System im Yellowstone ist, dass alle Touristen mit den privaten Autos zu den einzelnen Highlights fahren, dort parken, zehn Minuten zum Aussichtspunkt laufen und wieder in ihr Auto steigen und weiter fahren. Dies verursacht ein ziemliches Verkehrschaos und ist nebenbei natürlich auch sehr umweltfreundlich. So fuhren wir also zwei Tage mit unseren Motorrädern durch den Nationalpark und waren begeistert von den einzelnen Geysiren, Seen und Canyons. Dieser Nationalpark ist einzigartig und wir sind froh, dass wir diesen Schlenker in unsere Route mit aufgenommen haben.

Vom Yellowstone fuhren wir dann weiter nach Salt Lake City, wo wir mit dem Paar, dass wir auf unserem Weg zum Yellowstone kennen gelernt haben, eine tolle Freundschaft knüpfen. Wir besuchten mit ihrem Winterauto den Bonneville Speedway und Ben konnte in Ihrer Werkstatt die erste Inspektion an den Motorrädern vornehmen. Alisa verbrachte derweil die Tage mit Ihr, sie gingen zum Einkaufen, Kuchen essen und ins Gym. Endlich mal wieder Sport! Wir verbrachten dort vier Nächte und wollten gar nicht wieder weg. Es war eine tolle Zeit und wir freuen uns darauf sie bald in Deutschland begrüßen zu dürfen.

Wir holten uns von unseren Freunden Tipps für den Süden Utahs und besuchten mehrere Nationalparks auf unserem weiteren Weg, darunter den Capital Reef Nationalpark, den Bryce Canyon, Zyon Nationalpark und auch den North Rim des Grand Canyon. Unser Highlight waren die Slot Canyons im Grand Staircase-Escalante National Monument. Der Weg dorthin war beschwerlich und Alisa stürzte in dem tückischen Weichsand zum ersten Mal auf dieser Tour, aber die Slot Canyons waren es allemal Wert. Die meisten Touristen besuchen die Antelope Slot Canyons, diese sind größer und weiter, allerdings wird hierfür auch ein happiger Eintritt verlangt. Die Slot Canyons in denen wir wahren nannten sich Spooky und Peek-a-Boo Slot Canyons und waren kostenlos. Wenn man die Möglichkeit hat sollten man diese auf jeden Fall besuchen!

Nach der ganzen Natur gab es dann das komplette Gegenteil. Unser nächstes Ziel war Las Vegas. Wir buchten uns ein Hotelzimmer im Flamingo, welches mitten im Zentrum und im Vergleich noch bei den günstigen Hotels war und trotzdem mussten wir bei den Preisen schlucken. Das Problem in Las Vegas ist, dass oft sehr günstige Zimmer ausgeschrieben werden, jedoch zu diesen Preisen noch Gebühren und Steuern kommen und es dadurch quasi keine Schnäppchen gibt. Wir beschlossen jedoch trotzdem Las Vegas zu genießen und es lohnte sich auch. Es war eine nette Abwechslung, aber wir freuten uns auch wieder auf Ruhe und unser Zelt.

Weiter ging es ins Death Valley. Viele hielten uns für verrückt, in dieser Jahreszeit mit den Motorrädern hinein zu fahren. Aber was ist das Death Valley schon ohne 50°C. Dann kann man sich ja jede Wüste anschauen. Schlafen taten wir aber auf einem Campingplatz in 1500 m Höhe, wo es um einiges kühler war. Der Sternenhimmel war atemberaubend schön und man konnte sogar die Milchstraße sehen.

Leider war der Yosemite Nationalpark wegen der Feuer geschlossen und so musste wir diesen leider auf unserer Fahrt auslassen. Wir fuhren weiter zum Lake Tahoe, wo wir eine Nacht verbrachten und uns bei einem Mitcamper viele nützliche Tipps für Südkalifornien und die Baja California holten. In Sacramento bekamen wir neue Hinterreifen von Heidenau USA geschenkt und Ben konnte sie in einer netten Motorradwerkstatt mitten in der Stadt montieren.

Von Sacramento fuhren wir weiter nach Santa Rosa, wo wir Verwandte von Bens Stiefmutter besuchten. Wir wurden super aufgenommen und unterhalten. Ben fand in der Nähe sogar einen Spezialisten, der sein Federbein überholen konnte. Bens Familie kam zur gleichen Zeit zu Besuch und so sahen wir diese auch für zwei Tage, bevor sie eine kleine Campingtour in der Gegend machten und wir weiter Richtung San Francisco fuhren.

Da wir in San Francisco keinen Campingplatz fanden, verbrachten wir zwei weitere Nächte in Santa Rosa und besuchten von dort mit der Fähre San Francisco. Es war ein schöner Tag. Wir schlenderten gemütlich durch die Stadt und schauten uns alles an. Wir hätten Stunden an Pier 69 stehen und den Seelöwen zuschauen können. Abends verbrachten wir nochmals einen gemütlichen, schönen Abend mit der Familie, bevor wir uns am nächsten Tag Richtung Süden aufmachten.

In Alameda hatten uns unsere Freunde aus Salt Lake City eine Werkstatt organisiert, in der Ben das Lenkkopflager der F 650 GS wechseln konnten. Dieses hatte uns Ben`s Vater aus Deutschland mitgebracht , es ist ein Speziallager, welches verklebt und nicht eingepresst wird, da die Standardvariante zum wiederholten Mal, schon nach ca. 3000 km erste Anzeigen von Verschleiß hatte. Wir hoffen nun, dass das Speziallager länger hält und unterwegs kein Wechsel mehr notwendig ist.

Von Alameda fahren wir nun auf den weltweit bekannten Highway 1. Auf dem Weg dorthin halten wir noch am neuen Apple Gebäude, da es vor allem Alisa als Architektin sehr beeindruckt. Der Highway 1 bietet viele traumhafte Ausblicke, Pause- und Übernachtungsplätze. In der Nähe von San Louis Obisbo schlafen wir das erste mal direkt am Strand, was sich romantischer anhört als es tatsächlich ist und werden von einer deutschen Auswanderfamilie zu sich nach Hause eingeladen.

Da wir von vielen Seiten gehört hatten, dass Los Angeles keine besonders schöne Stadt seien soll und wir uns mit Freunden in der Nähe von San Diego verabredet hatten, fuhren wir durch LA nur durch. Wir hielten am Observatorium mit einem tollen Blick über Los Angeles und Blick auf das Hollywoodzeichen.

In Escondido besuchten wir weitere Verwandtschaft aus Santa Rosa. Von dort machten wir einen Ausflug nach San Diego, was uns sehr gut gefiel und schon einen ersten Vorgeschmack auf Mexiko gab. Abends bereiteten wir uns auf die Einreise nach Mexico vor, zu der wir am nächsten morgen, nach einem ausführlichen Frühstück, aufbrachen.