ALaska

Alaska war unser erster Schritt auf nicht europäischen Boden und die erste Etappe auf unserer Reise entlang der Panamericana. Daher war die Aufregung hier besonders groß. Die atemberaubende Landschaft, welche wir die meiste Zeit bei gutem Wetter erleben durften und die unglaubliche Gastfreundschaft der Menschen, die wir kennen gelernt haben, ließen die Aufregung allerdings schnell verfliegen.

Die Ankunft in Anchorage läutete unsere Reise ein. Wir kamen Nachmittags an und wurden direkt von Freunden am Flughafen abgeholt und auf eine kleine Brauereitour durch die Stadt mitgenommen. Anchorage ist eine übersichtliche Stadt die mit den meisten europäischen Großstädten nicht vergleichbar ist. Es gibt kaum Mehrfamilienhäuser. Überwiegend findet man Einfamilienhäuser, die meist noch eine Einliegerwohnung dabei haben. Daher ist das Stadtbild Anchorages sehr idyllisch und grün. Außerhalb gibt es wie in jeder Stadt die Industriegebiete und großen Einkaufsmöglichkeiten. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es kaum, daher waren wir sehr froh dass uns Freunde uns vom Flughafen abgeholt und uns auch am nächsten Tag bei der Abholung der Motorräder geholfen haben. Nachdem unsere Streckenplanung quasi nicht vorhanden war, holten wir uns bei ihnen auch noch gute Tipps und starteten nach der zweiten Nacht in Anchorage in Richtung Alaska`s Süden.

Unsere Freunde erzählten uns von ihrem Lieblings Wildcampingplatz in der Nähe vom Excit Glacier. Dieser sollte unser erstes Ziel sein. Auf dem Weg dorthin besuchten wir einen Wildpark, der sich um verletzte Wildtiere kümmert und nicht wieder auswildbare Tiere beherbergt. So sahen wir Elche, Rentiere, Hirsche, Schwarzbären, Bisons und Adler. Leider wollte sich der Grizzly nicht am Zaun aufhalten. Es war eine super Mittagspause und danach ging es motiviert weiter. Am Ziel angekommen fanden wir zwar nicht den besagten Platz, aber einen offiziellen Campingplatz nur für Zelte, welcher kostenlos benutzt werden konnte. Er war sehr schön gelegen, mit Blick auf den Fluss in dem wir auf der Hinfahrt einen Elch beim Baden beobachten konnten. Er hatte Toiletten und einen Platz zum Kochen mit bärensicherem Raum für die Lebensmittel.

Weiter ging es nach Seward, eine sehr schön gelegene, aber sehr touristische Stadt im Süden Alaska´s. Wir sahen uns erst einmal die Campingplätze außerhalb der Stadt an. Diese lagen jedoch leider nicht direkt am Wasser, deshalb fuhren wir wieder zurück und entdeckten, dass der gesamte Küstenstreifen als Campingspot zur Verfügung stand. Eine Nacht auf dem Platz kostete $10. Es war also bezahlbar und wir hatten einen herrlichen Platz mit Sicht auf das Meer. Während wir unser Zelt aufbauten sahen wir schon unseren ersten Wal, direkt vor unserer Nase vorbeischwimmen. Es war unglaublich! Wir verbringen zwei Tage in Seward. Nachmittags schauten wir uns die Stadt und den Hafen an, dabei entdecken wir Otter, welche sich entspannt im Hafenbecken treiben ließen. Am zweiten Tag gingen wir auf eine kleine Wanderung. Der Wanderweg war traumhaft schön und am Ende befanden sich wunderschöne einsam gelegene Strände. Dort machten wir Mittagspause und sahen einen weiteren Wal springen.

Von Seward fahren wir weiter nach Talkeetna, ein kleines Touristendorf etwas nördlich von Anchorage. Leider regnet es die gesamte Zeit während wir dort sind. Daher können wir nur vermuten wie schön es bei gutem Wetter ist. Es gibt überall kleine Souvenirläden die man in Ruhe durchstöbern kann und es liegt direkt an einem großen Fluss an dem man etwas entlang spazieren kann. Unser Zelt schlagen wir mitten in der Stadt auf dem Campingplatz auf und können daher zu Fuß alles erreichen. Nachdem wir im Regen unser Zelt aufgebaut und etwas gegessen haben, machen wir uns auf den Weg in die Gaststube der Denali Brauerei, welche hier ansässig ist. 

Am nächsten Tag packen wir unser nasses Zelt zusammen und fahren weiter nordwärts zum Denali Nationalpark. Dort übernachten wir auf dem Campingplatz am Beginn der Parkstraße und erleben selbst hier einiges an Wildnis. Nicht nur Eichhörnchen laufen über den Zeltplatz, sondern es kommen auch Elchdamen mit ihren Jungtieren direkt am Zelt vorbei und schauen sich neugierig um. In den Denali Nationalpark kann man nur zu Fuß, mit dem Fahrrad oder einer offiziellen Bustour hinein fahren. Nur die ersten Kilometer sind mit dem eigenen Fahrzeug zu befahren. Wir überlegen lange ob wir einen Tag anhängen sollen, um eine der doch recht teuren Bustouren zu unternehmen, entscheiden uns dann aber, nach einem Gespräch mit einem älteren Ehepaar, dagegen. Im Nachhinein war das wohl auch eine gute Entscheidung das Geld zu sparen, da wir den Denali Highway fahren und dort eine vergleichbare Landschaft für umsonst geboten bekommen.

Der Denali Highway ist die erste richtige Schotterstraße für Alisa, diese meistert sie allerdings problemlos, weshalb wir uns voll auf die Umgebung konzentrieren konnten. Wir verpassen nur knapp unseren ersten Bär und sind beeindruckt von der abwechselnden Landschaft. Wir beschließen wegen der tollen Wildcampingplätze eine Nacht am Denali Highway zu verbringen und am nächsten Tag weiter zu fahren.

Am nächsten Morgen überprüfen wir zuerst, ob unser vermeintlich bärensicher deponiertes Essen noch da ist und stellen zum Glück fest, dass alles noch an seinem Platz ist. Die letzten Kilometer Schotterstraße auf dem Denali Highway sind schnell vorüber und wir biegen wieder auf asphaltierte Straßen ab. Starker Wind macht das heutige Fahren zu einer anstrengenden Tagesetappe. Ein Einkaufsladen ist auf der Strecke nicht zu finden, weswegen wir alles unbedingt nötige, teuer in einer Tankstelle kaufen müssen, bevor wir dann doch noch einen kleinen Laden finden. Eine weitere Wildcampingnacht ist angesagt. Auf einer wunderschönen Strecke im Wrangell St.Elias Nationalpark. Wir entschließen uns an einer Rest Area unser Zelt aufzuschlagen an der es Klos und Picknicktische gibt.

Nach einer relativ unruhigen Nacht wegen vielen Autos, die Nachts neben unserem Zelt hielten und einem wütendem Eichhörnchen, dass Ben fast mit unserem Bärenspray besprüht, brechen wir am nächsten Morgen etwas unausgeschlafen Richtung Tok auf. Dort finden wir dank der iOverlander App einen Motorradcampingplatz, wo wir mit vielen netten Motorradfahrern bei langen Gesprächen unsere letzte Nacht in Alaska verbringen und Freundschaften knüpfen.