Kanada

Kanada war ein Land auf das wir uns sehr gefreut haben. Die schiere Weite, die spektakuläre Landschaft und die spannende Tierwelt. Wir wurden nicht enttäuscht. In Kanada kann man km um km fahren ohne eine andere Person zu treffen. Immerhin hat gesamt Kanada weniger Einwohner als Kalifornien. Die Kanadier sind unglaublich freundlich und hilfsbereit. Wir haben in Kanada tolle Freundschaften geschlossen und sind uns sicher, dass wir eines Tages mal wieder zurück kommen.

Wir sind über den „Top of the World Highway” nach Yukon/Kanada eingereist. Mit uns an der Grenze waren noch weitere Motorradfahrer. Wahrscheinlich waren es an diesem und den nächsten Tagen noch etliche mehr, da in Dawson City das jährliche Motorradtreffen „D2D“ stattfand, zu dem auch wir unterwegs waren. Wir entschieden uns, auf die Empfehlung die wir von anderen Motorradfahrern auf dem Motorradcampingplatz in Tok bekommen haben, für den Campingplatz auf der gegenüberliegenden Seite des Yukons. So mussten wir zwar jedes Mal mit der Fähre nach Dawson City übersetzen, was jedoch kein Problem darstellte, da die Fähre ca. alle halbe Stunde fuhr und kostenlos war. Wir hatten uns in Dawson City mit einem Freund aus Deutschland verabredet, aber weder Zeit noch Ort ausgemacht und waren daher froh, dass wir ihn zufälligerweise an genau diesem Campingplatz trafen. Wir teilten uns mit ihm einen Campingspot und damit auch die ohnehin überschaubaren Kosten. Den ersten Abend verbrachten wir ­wie so oft gemütlich am Lagerfeuer. Am nächsten Tag machten wir uns auf Dawson City anzuschauen und uns über das Motorradtreffen zu informieren. Dawson City ist ein süßes altes Städtchen, welches man gemütlich an einem Tag durchwandern kann, man ist dabei allerdings nicht alleine, da es ein Magnet für viele Touristen ist. Am nächsten Tag fand das Motorradtreffen statt, bei dem wir einige bekannte Gesichter, vom Motorradcampingplatz in Tok, wieder sahen. Wir hatten zwar mit mehr Motorrädern gerechnet, nach dem was uns so erzählt wurde und leider war auch alles etwas zerstreut, aber trotzdem haben wir einige neue Freundschaften geschlossen.

Am nächsten Tag machten wir uns mit unserem Freund auf den Weg nach Whitehorse. Wir hatten uns in Dawson City eine Angel und eine Lizenz gekauft und unser Freund wollte uns auf dem Weg nach Whitehorse die Grundlagen des Angelns zeigen. Bei unserem ersten Versuch fing er gleich einen ordentlich großen Fisch, den wir dann Abends verspeisten. Aber leider sollte das auch der einzige Fisch bleiben, denn das Anglerglück hatte uns damit schon verlassen.

In Whitehorse sind wir von einem Freund, den wir auf dem Motorradtreffen in Dawson City kennen gelernt haben, abends zum Essen eingeladen worden. Er servierte uns unser erstes Elchsteak. Dies schmeckte uns schon recht gut, der Elchburger, den er uns am nächsten Tag servierte, übertraf das allerdings um einiges. Unsere Freunde aus Anchorage kamen passenderweise an diesem Abend, auf ihrer Reise von Alaska nach North Carolina, in Whitehorse vorbei. Es wurde ein lustiger Abend und wir waren froh uns nochmal wiedergesehen zu haben. Whitehorse ist ein ganz hübsches Städtchen, welches direkt am Yukon liegt und alle Annehmlichkeiten besitzt, die man außerhalb der Städte im Yukon gelegentlich vermisst.

Von Whitehorse fuhren wir weiter nach Watson Lake zum „Sign Post Forest“. Ein „Wald“ gebaut aus verschiedensten Schildern. Ortsschilder, Straßenschilder, Verkehrsschilder, selbstgemachte Schilder und vielen mehr, aus aller Herren Länder. Es war sehr lustig durchzuwandern und sich über die vielen Ortsschilder aus Deutschland zu freuen. Wir fanden sogar einen Platz für unseren Sticker, neben dem Aufkleber der Reisenden „timetoride“ auf dem Münchner Ortsschild.

Von dort ging es weiter zu den Liard River Hot Springs. Auf diesem Weg sahen wir unseren ersten Schwarzbären und eine Herde Bisons. Der dazugehörige Campingplatz war leider schon voll, allerdings traffen wir ein niederländisches Pärchen, welches ebenfalls auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz war. Sie befahren die Panamericana mit dem Fahrrad und wir entschließen uns spontan einen Campingspot, in dem gegenüberliegenden RV Park, zu teilen. Die Hot Springs sind sehr schön und durch einen kurzen Spaziergang zu erreichen. Leider war das Wetter fast zu warm für Hot Springs. Wir haben es natürlich trotzdem genossen, nur unsere Badezeit etwas verkürzt.

Unser nächstes Ziel ist der Salmon Glacier. Dieser befindet sich wieder in Alaska. Kann jedoch auf dem Landweg nur von Kanada erreicht werden. Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz treffen wir auf einen anderen Motorradfahrer und beenden die Campingplatzsuche gemeinsam. Es ist toll, wie aus einem so spontanen kennen lernen, eine tolle neue Freundschaft entstehen kann. Wir verbringen mit unserem neuen amerikanischen Freund zwei Nächte auf dem Campingplatz und besuchen von dort aus gemeinsam den Salmon Glacier. Dieser ist unglaublich beeindruckend! Nach einem sehr verregneten und grauem Vormittag haben wir dann doch noch mehr als Glück mit dem Wetter. Bei strahlend blauen Himmel zeigt sich uns der schneebedeckte Gletscher von seiner schönsten Seite. Dies war auf jeden Fall ein Highlight unserer Reise!

Wir fahren weiter nach Jasper und verabschieden uns von unserem Begleiter, wir werden ihn aber in den USA besuchen. Der Jasper Nationalpark ist traumhaft schön. Wir finden einen schönen Campingspot am Icefield Campground und unternehmen am Abend noch eine kleine Wanderung an den Fuß des namensgebenden Gletschers. Am nächsten Tag besteigen wir den Wilcox Pass. Eine sehr schöne Wanderung entlang des Bergkammes mit atemberaubenden Aussichten. Da es am nächsten Tag anfängt zu regnen und es am Lake Louis sehr voll ist, beschließen wir den Nationalpark, für den wir nur für die reine Anwesenheit jeden Tag bezahlen müssen, zu verlassen und fahren weiter Richtung Vancouver.

In Vancouver haben wir uns für eine Nacht bei einem befreundeten Pärchen einquartiert, ihn haben wir früher auf unserer Reise, in Alaska auf dem Motorradcampingplatz, kennen gelernt. Sie wohnen direkt in Downtown und so haben wir einen perfekten Ausgangspunkt, um die Stadt zu erkunden. Vancouver ist traumhaft schön. Sehr modern, viel Glas aber auch viel Grünraum. Die Stadt wächst unheimlich schnell, überall schießen neue Wohngebäude aus dem Boden.

Von Vancouver nehmen wir gegen Abend die Fähre nach Vancouver Island. Wir können eine Nacht bei einem Bekannten, den wir auf unserem Weg nach Vancouver kennen gelernt haben, im Garten zelten. Von dort fahren wir wegen vieler Empfehlungen nach Ucluelet und Tofino. Wir fanden einen Campingplatz in der Nähe von Ucluelet. Von dort unternahmen wir eine Kajakfahrt und einen kleinen Stadtrundgang. Tofino und die Strände haben wir uns an einem anderen Tag angesehen. Wir sind beide nicht wirklich die Strandsitzer. Außerdem war es dort auch etwas zu touristisch für uns, deswegen haben wir uns dazu entschieden, an die Ostküste der Insel zu fahren, was wir nicht bereuen sollten. Wir fanden einen traumhaften kostenlosen Campingplatz direkt am Meer. Dort trafen wir viele nette Kanadier, aber auch ein deutsches Pärchen. Die Kanadier hörten den Funk der Whalewatching Boote ab, weswegen wir ca. drei Stunden von der nahenden Ankunft von fünf Orcas an unserem Strand informiert waren und alles dafür vorbereiten konnten. Es war ein traumhaft schöner Tag. Zusätzlich zu den Walen sahen wir noch einen Seehund, Seelöwen und Seeotter. Uns hat die Ostseite Vancouver Island viel besser gefallen als die Westküste. Wir hätten noch viel Zeit auf Vancouver Island verbringen können, doch die USA rief langsam. Wir nahmen die Fähre von Victoria nach Port Angeles, wo wir ein paar Tage bei unserem Freund vom Salmon Glacier verbringen konnten. Dazu aber mehr im nächsten Teil zur USA.